Ach jegerle

ja, vieles geht schon in die Normalität über, aber nichts ist, wie es war. Abgesehen davon, dass ich heute unter der Maske besonders gelitten habe, es war schwül mit hoher Luftfeuchtigkeit, so dass ich schon Schweißperlen auf der Stirn hatte, wie gesagt, das kommt sonst mal bei locker 40° vor, war's im Karstadt echt deprimierend. Selbst bei der Post. Freitag 11.00 h geht dort sonst die Post ab, bzw. ging! Kein Mensch, echt, keiner. Ich gucke konsterniert, dann winkt mir ein Postler, hat sich wohl auch gefreut, dass einer kommt und wollte mir auch noch ein Postbank-Konto empfehlen. Wir haben ein paar Sätze gewechselt und er schien froh, etwas Unterhaltung zu haben.

An der Tür ist ein Plakat angebracht, dass das Restaurant neue Öffnungszeiten hat: 10.00 h - 18.00 h. Geht auch keiner mehr hin. Ich auch nicht, null Bock auf Listeneintrag. In der Apo, niemand, an der einzigen Kasse im EG, niemand, in der Lebensmittelabteilung höchtens 10 Kunden (das ist möglicherweise schon ein bisschen übertrieben), außerhalb dieses Bereichs im UG vielleicht 5 Menschen. Bei Hugendubel stöbert keiner. Ich weiß, das ist alles nicht furchtbar wichtig, aber heute ging's mir an die Nieren und auf's Gemüt.

Im Bus sitzen sie demonstrativ auf dem Gangplatz, ich rutsche ans Fenster und nehme meine Einkäufe auf den Schoß. Die junge Frau nimmt neben mir Platz, wir lächeln uns an, so gut das eben geht unter der Maske.

Wenn mir noch einmal einer die Geschichte von der Verbesserung der Welt durch Corona erzählen möchte, würde ich ihm gerne eins in die Fresse geben, mache ich aber nicht, aber er wird etwas zu hören kriegen, das schon.

Eines weiß ich gewiss, jetzt, nachdem oder während ich sie erlebe: unter solchen Bedingungen wird nichts besser, im Gegenteil.

Himmel hilf!